Steißbein

Das Steißbein – ein unterschätzter Knochen?

Jeder Mensch hat in der Regel eines: Das Steißbein. Doch im Alltag schenken wir dem Steißbein eher wenig Beachtung. Erst wenn in diesem Bereich Probleme auftreten merken wir, wie wichtig dieser Knochen für uns ist und, dass es nicht etwa ein sinnloses, überflüssiges Überbleibsel der Evolution ist.

Das Steißbein ist das letzte Stück der Wirbelsäule. Wenn man von der Lendenwirbelsäule über das Kreuzbein weiter nach unten wandert schließt sich dort das Steißbein an. Es besteht aus vormals vier bis fünf einzelnen Wirbeln, welche jedoch knöchern verwachsen sind. Zum Kreuzbein hin hat das Steißbein eine gelenkige Verbindung. Das Bewegungsausmaß ist verhältnismäßig groß und beträgt ca. 30°! Dies ist auch der Grund, warum bei Einschränkungen der Beweglichkeit es fast immer zu Schmerzen und funktionellen Problemen kommt. Dazu später mehr. Das Steißbein wird heute als Überbleibsel eines evolutionsbedingt verschwundenen Säugetierschwanzes angesehen.

Die Funktion des Steißbeins

Das Steißbein dient Muskeln und Bändern als Ursprung, bzw. als Ansatz. Insbesondere sind hier die Muskeln und Bänder des Beckenbodens zu nennen. Da der Beckenboden den Bauchraum sozusagen nach unten hin abschließt und gleichzeitig für die Körperstatik wichtig ist, hat auch das Steißbein hier einen enormen Einfluss – insbesondere bei nicht optimaler Funktion. Darüber hinaus hat es direkte Auswirkungen auf die umgebenden Faszien und Nerven.

Wie kann das Steißbein in seiner Beweglichkeit eingeschränkt werden?

Zum einen kann über eine vermehrte Spannung im Beckenboden die Beweglichkeit des Steißbeins eingeschränkt werden. Dies ist relativ weit verbreitet, da der Beckenboden relativ empfindlich auf psychischen Stress reagiert. Hier sind Männer, wie Frauen relativ gleich stark betroffen. Weiter kann die Beweglichkeit durch diverse Traumen (Geburt, Sturz vom Pferd, Sturz beim Schlittschuhlaufen, Treppensturz etc.) direkt betroffen sein. Zu Einen kann es hier zu einer Fraktur kommen. Dies ist jedoch weit weniger häufig, als die Beeinflussung des Steißbeingelenks ohne Bruch.

Was können die Auswirkungen sein?

  • Schmerzen am Steißbein und in der Umgebung beim Sitzen
  • Auswirkung auf die gesamte Wirbelsäule mit Schmerzen oder Dysfunktionen
  • Uro – genitale Beschwerden, bis hin zu häufigen Blasenentzündungen
  • Beeinflussung des Zwerchfells und der Atmung (auch umgekehrt, z.B. bei Asthma o.ä.)

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose einer Minderfunktion der Steißbeinbeweglichkeit ergibt sich in der Regel schon durch die Befragung des Patienten, also der Vorgeschichte in Verbindung mit Schmerzangabe im betreffenden Bereich. Zusätzlich ist oftmals eine Röntgenbild zum Ausschluss einer Fraktur sinnvoll. Gesichert wird dies durch die rektale Untersuchung in angenehmer Seitenlage. Hierbei führt der Therapeut seine Zeigefinger in den Darm ein und fixiert das Steißbein von außen mit seinem Daumen und von innen mit dem Zeigefinger. Dieser Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Wenn das Steißbein hier nicht frei beweglich ist und/oder Schmerzen am Steißbein auftreten kann von einer Minderfunktion ausgegangen werden. In der Regel kann sodann auch gleich behandelt werden. In seltenen Fällen findet man eine totale Blockade des Gelenks, welche dann mit einer Impulstechnik behoben werden kann.

Was folgt daraus?

Bei Schmerzen am Damm, im Bereich des Steißbeins, beim Sitzen, bei häufigen, immer wieder auftretenden, Harnwegsinfektionen, oder nach direkten Traumata sollten man auch an eine Minderfunktion des Steißbeines denken.

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