Faszien in aller Munde

Faszien, Faszien, Faszien – wo man geht und steht wird man zur Zeit mit diesem Wort konfrontiert. Faszien sind nicht nur fast überall im Körper, sondern sogar in aller Munde. Von der Apotheken – Umschau bis zu den einschlägigen Frauenzeitschriften, kein Heft ohne Faszientraining und Faszienverklebung. Einzig die „Bäckerblume“  hat sich – meines Wissens nach – bisher einem Faszienartikel verwehrt.

Aber, was ist dran an dem Faszienhype?

 

Was sind Faszien?

Faszie stammt vom lateinischen Wort „fascia“ ab, was so viel wie Band, oder Bündel bedeutet. Faszien sind Bestandteil des Bindegewebes. Sie bilden ein körperweites Spannungsnetzwerk und umhüllen z.B. die Muskeln. Faszien haben die meisten von Ihnen schon einmal gesehen: Die Silberhaut auf einem Stück Rindfleisch z.B. ist Fasziengewebe.

Wo kommen Faszien vor?

Faszien kommen nahezu überall im Körper vor. Sie unterteilen Muskelgruppen in verschiedene Bereiche, sie dienen als Gleitschicht zwischen Muskeln und/oder der Haut und den darunterliegenden Gewebeanteilen usw.

Man unterteilt im Körper grundsätzlich drei Schichten:

  • oberflächlichen Faszien
  • tiefe Faszien
  • viszerale (Eingeweide) Faszien

Woher kommt nun der Hype?

Ganz ehrlich? Das frage ich mich auch!

Faszien gab es ja „schon immer“ – seit es Muskeln und Knochen gibt, gibt es Faszien. Von den klassischen Medizinern wurden sie im vergangenen Jahrhundert bei den Sektionskursen als Übel angesehen, was man schnell mit dem Skalpell wegpräparieren musste, damit man zu den „wichtigen“ Strukturen, wie Muskeln usw., vordringen konnte. Also sozusagen nichts weiter als Sektionsabfall.

Dabei beschäftigen sich schon lange viele Therapierichtungen mit dem Fasziengewebe. Allen voran die Rolfer und die Osteopathen. Die Osteopathie beschäftigt sich schon die letzten 50 Jahre intensiver mit Faszien. Und Ida Rolf, die Begründerin des Rolfings, wurde schon in den 1950ern auf die Faszien aufmerksam und schenkte ihnen viel Beachtung – auch wissenschaftlich. Aber erst durch die intensive, wissenschaftliche  Beschäftigung in den letzten zwei Jahrzehnten  – anzuführen ist hier insbesondere Dr. Schleip von der Uni Ulm – kam so langsam das Faszienwesen in der Schulmedizin und damit auch in den Köpfen der Patienten an.

Für Osteopathen und Rolfer aber sozusagen ein alter Hut!

Faszien werden von diesen Therapeuten schon seit vielen Jahrzenten erfolgreich behandelt. Einzig die Erkenntnisse, warum die Behandlungen funktionieren sind neu, nicht aber die Behandlungen selbst.

Warum sollte man an die Faszien denken?

Nun, aus meiner Sicht ist das muskulofasziale System für weitaus mehr Schmerzereignisse verantwortlich als viele andere Strukturen. Insbesondere beim Thema Rückenschmerzen. Hier kann man sagen, dass die meisten „normalen“ Rückenschmerzen vom muskulofaszialen System ausgelöst werden. Aber auch Schmerzen und Unbeweglichkeit in den Beinen können von diesem System maßgeblich beeinflusst werden.

Was weiß man heute?

Faszien haben kontraktile Element sprich, sie können ihre Spannung verändern. Und Faszien können hohe Spannungen aufbauen und dadurch sozusagen verfilzen (Ein Verkleben kommt eigentlich nur dann vor, wenn fibrinhaltige Flüssigkeit irgendwo eindringt – dies geschieht gerne bei den viszeralen Faszien, z.B. nach Operationen). Dies führt zu einer Beeinträchtigung des Systems Bewegungsapparat. Es kann zu Schmerzen und herabgesetzter Beweglichkeit führen.

Was kann man tun?

Wenn man sich selbst behandeln möchte, ist eine Faszienrolle das Mittel der Wahl. Warum? Durch das langsame Rollen wird die Durchblutung erhöht und es werden Botenstoffe ausgeschüttet (z.B. Stickoxid), welche eine „weichmachende“ Wirkung auf das Gewebe haben. Durch dies alles kommt es zu einem Abbau/Umbau von festem Bindegewebe. Es reichen hier 5 Minuten täglich. Wichtig dabei ist aber langsames Rollen und es muss jeden Tag wiederholt werden.

Wenn man alleine nicht weiter kommt sollten Sie aus meiner Sicht einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen, der sich mit Rolfing oder Osteopathie auskennt.

Sie haben Fragen zum Thema Faszien? Dann nehmen Sie doch einfach Kontakt mit mir auf: https://berndaupperle.de/kontakt

 

photocredit: Stefan Winkler, Bad Liebenzell: stefan.winkler@merlin-zwo.de

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