Klopfen gegen Stress (PEP)

Klopfen? Wieso denn das?

Was haben Specht und Mensch gemeinsam? Wenn ein Specht Hunger hat, kommt er wie jedes Lebewesen in eine Stresssituation – er muss Nahrung beschaffen um überleben zu können. Was tut er? Nun, er sucht an Baumstämmen nach Larven, Würmern etc. Wie macht er das? Durch Klopfen (Warum er dabei keine Gehirnerschütterung bekommt könnte ich vielleicht in einem anderen Artikel mal beschreiben). Wenn er was zu essen findet nimmt sein Stress ab.  Man könnte also sagen, durch das Klopfen und dem Ergebnis des Klopfens kann der Specht auf den Stress einwirken. Ich gebe zu, das Beispiel ist etwas holprig und weit hergeholt, aber für einen Anfangssatz in einem Blog ist es gut geeignet. Was hat das nun mit dem Klopfen beim Menschen zu tun?

 

Klopfen gegen Stress (PEP)

Auch beim Menschen kann man durch Klopfen eine Stressreduktion herbeiführen. Wie soll das funktionieren? Was macht man da? Klopfen wird schon sehr lange praktiziert. Jedoch hat – aus meiner Sicht – der Psychotherapeut  Michael Bohne mit seinem Konzept PEP (Prozess- und Embodiment fokussierte Psychologie) hier in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung und ,vor allen Dingen, eine wissenschaftliche Beleuchtung vermittelt.

Der Klient/Patient beklopft zusammen mit dem Therapeuten (bzw. zuerst unter Anleitung, später in Eigenübung) bestimmte Punkte an seinem Körper – genauer gesagt an den Händen und im Gesicht. Dabei denkt er an „seine“ stressauslösende Situation. Dies können z.B. Prüfungsangst oder Flugangst sein. In der Regel kommt es dabei zu einer Stressreduktion.

Was passiert da?

Nun, das weiß man gar nicht genau. Es gibt verschieden Wirkhypothesen. Fakt ist zumindest, dass die Haut und vor allem die Punkte welche beklopft werden, eine hohe Nervenrepräsentanz im Gehirn haben. Dadurch also viel taktiler Reiz im Gehirn verarbeitet werden muss. Zum anderen kommt es zu einer Aktivierung des Mandelkerns, zu einer Mehrdurchblutung in bestimmten Hirnarealen und zu Hormonausschüttungen (z.B. Oxytocin). Dies alles wird zudem noch in einem geschützten Raum (Praxis) erlebt und führt – so nimmt man an – zu einer Entspannung und zu einer „Verstörung“ des Problems bzw. des Stresses.

Wann sollte nicht geklopfte werden – Kontraindikationen der PEP

In akuten Phasen schwerer Erkrankungen, wie z.B. einer Schizophrenie oder von anderen Psychosen sollte nicht geklopft werden. Es sollte auch nicht grundsätzlich geklopft werden, sondern nur dann, wenn es dem Anliegen des Klienten/Patienten dienlich ist.

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Wollen Sie mehr über das Klopfen und PEP erfahren? Dann nehmen Sie doch mit mir Kontakt auf.

 

photocredit: pixabay

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