Kopfschmerz

Kopfschmerz und Kaumuskulatur

 

Laut WHO leiden ca. 60% der Menschen weltweit, mehr oder weniger, regelmäßig unter Kopfschmerzen. Man kann also von einem relativ häufigen Krankheitsbild sprechen.

Aus meiner Erfahrung heraus gibt es sicherlich schwere Erkrankungen die zum Symptom Kopfschmerz führen. Aber viel häufiger sind Kopfschmerzen, welche relativ einfache Ursachen haben.

Eine davon möchte ich heute näher beleuchten, da sie im Praxisalltag relativ häufig vorkommt, aber in der Regel zu wenig Beachtung findet.

Der Temporalmuskel und die Entstehung von Kopfschmerz

Wenn man sich die Kaumuskulatur, welche auf das Kiefergelenk einwirkt, näher anschaut, dann fallen vor allem zwei Muskeln auf. Der eine ist der M. masseter. Er befindet sich umgangssprachlich im Bereich der Backe. Der andere – und das ist der den wir heute näher betrachten wollen – ist der M. temporalis. Der M. temporalis hat seine Hauptfläche, also seinen Ursprung, im Bereich der Schläfe und zieht in Richtung Unterkiefer, an dem er auch ansetzt. Er ist in erster Linie für den Mundschluss (also Kauen etc.) zuständig.

Wie kann dieser Muskel Kopfschmerzen machen?

Nun, allein schon durch seine Lage wird jedem einleuchten, dass dieser Muskel auch Auswirkungen auf den Schädel hat. Zumal er ja auf beiden Seiten des Kopfes existiert.

Durch eine Überbeanspruchung dieses Muskels (er gehört zu den stärksten im menschlichen Körper) kann er seine Grundspannung pathologisch erhöhen, es kann zur Ausbildung von Triggerpunkten im Muskel kommen und er kann eine Festigung seiner eigenen Faszie auslösen.

Wie wird dieser Muskel überbeansprucht?

Es gibt hier sicherlich zwei Hauptfaktoren. Zum einen kann der Muskel nachts unbewusst und unwillkürlich (aber auch bewusst und unwillkürlich) durch Pressen und Knirschen (sog. Bruxen) vermehrt belastet werden. Dies kann auch tagsüber geschehen („Zähne zusammen beißen“). Zum anderen kann es z.B. durch übermäßige, andauernde Kaubewegungen, wie z.B. beim Kaugummimissbrauch, zu einer Überlastung des Muskels kommen. Diese Tätigkeiten werden als Parafunktionen bezeichnet.

Diese Parafunktionen führen dann, in der Regel, zu den oben aufgeführten Veränderungen im Muskel. Diese Veränderungen empfinden die Patienten dann als Kopfschmerz, dieser kann so stark sein, dass die Patienten sich dann fühlen, als wenn ihr Kopf in einem Schraubstock eingespannt wäre. Oft wird dieser Kopfschmerz auch mit einer (echten) Migräne verwechselt.

Therapie?

Die Therapie ist relativ simpel. Wenn der M. temporalis als Auslöser identifiziert wurde hat man verschiedene Optionen. Grundsätzlich sollte ein Therapeut den Tonus des Muskels (also seine Grundspannung) senken. Dies geschieht in der Regel über Dehnungen des Muskels. Weiter kann man Faszientechniken anwenden. Bei Triggerpunkten sollten die üblichen Verfahren mit Kältespray und evtl. Dry Needling (Akupunkturnadeln) angewendet werden.

Der Ursache auf der Spur

Am wichtigsten ist jedoch die Ursache für die Überbeanspruchung herauszufinden. Wenn es am Kaugummimissbrauch liegt, so sollte dieser eingestellt werden. Kommt es zu nächtlichem Zähneknirschen, sollte hier ein therapeutischer Ansatz erfolgen. Dieser kann aus einer Kombination von Psychotherapie (Stress, Druck, Angst etc.) und Meditation und evtl. Hypnose/Selbsthypnose bestehen.  Auch andere Techniken sind denkbar. Ziel sollte sein, dass der Körper nicht mehr nachts seinen Stress durch Pressen und/oder Knirschen abbauen muss.

Sie haben Fragen zum Thema Kopfschmerz, oder zu übermäßigem Kauen? Dann nehmen Sie doch Kontakt mit mir auf:berndaupperle.de/kontakt

 

photocredit/licence: Anatomography, Temporal muscle – lateral view, CC BY-SA 1.0  Licence Japan

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