Meditation und Neuroplastizität

Was ist Neuroplastizität?

Unter Neuroplastizität versteht man die Veränderung von einzelnen Nerven, deren Verbindungen untereinander, aber auch ganzer Hirnbereiche (Areale) auf Grund von Mehr- oder Minderbelastung. Also Anpassung der Struktur und/oder der Funktion an Herausforderungen. Dies kann an einem einfachen Besispiel dargestellt werden. Die Sinneswahrnehmungen des Unterschenkels werden in einem bestimmten Areal im Gehirn verarbeitet. Genauso werden die Informationen des Oberschenkels in eine bestimmten (anderen) Areal verarbeitet. Wird nun, wegen eines Unfalls, oder einer Erkrankung, der Unterschenkel amputiert, bekommt das zuständige Areal nun keine Informationen mehr von diesem Unterschenkel. Dieses Areal sucht sich mit der Zeit eine neue Aufgabe. In der Regel schließt es sich dem benachbarten Areal an und übernimmt mit dessen Aufgabe. (Dies ist im Übrigen auch mit ein Grund für die Entstehung von sog. Phantomschmerzen. Das alte Areal bekommt schon neue Informationen -z.B. vom Oberschenkel- wertet diese aber noch als Informationen aus dem Unterschenkel, welcher aber gar nicht mehr existiert.)

Positive und negative Emotionen

Bei positiven Emotionen konnte man Nachweisen, dass bestimmte Bereiche im Gehirn von Probanden in einem funktionellen MRT (fMRT) auf dem Bidschirm heller aufleuchteten, also dieser Bereich mehr durchblutet wurde (Exakt war es der linke präfrontale Kortex). Genau anders herum verhält es sich bei negativen Emotionen. Hier leuchtet mehr der rechte präfrontale Kortex auf.

Der linke präfrontale Kortex ist unter anderem für die Zügelung des Mandelkerns von Bedeutung (siehe auch: https://berndaupperle.de/blog/der-mandelkern-oder-die-entstehung-der-angst/).

Früher dachte man, dass diese „Verdrahtungen“ z.B. zum Mandelkern, einmal angelegt, nicht mehr verändert werden können und, dass die Aktivierung der Areale halt einfach so abläuft und man keinen Einfluss drauf hat. Heute weiß man, dass man die Aktivierung der einzelnen Areale, aber auch die „Verdrahtung“ in andere Areale, beinflussen kann – und zwar förderlich aber auch schädigend. Bei verschiedenen Studien – teilweise mit Mönchen, teilweise mit gestressten Managern – ( Davidson et al, Lutz et al) wurde herausgefunden, dass eine sog. Achtsamkeitsmeditation durch mehrmaliges Wiederholen zu einer Art Training des linken präfrontalen Kortex führt. Weiter kam es im gesammten Hirn zu einer Abstimmung  (Synchronisation) von einzelnen Arealen. Und es wird noch besser: Selbst, wenn die geübten Mönche nicht meditierten, waren die Gehirnaktivitäten besser auf einander abgestimmt und der linke präfrontale Kortex aktiver als bei Kontrollpersonen.

Dies alles geht sogar so weit, dass ein anderes Forscherteam (Kiecolt-Glaser et al) herausfand, dass das Immunsystem von gestressten Personen zum Überreagieren neigt und dadurch die Anfälligkeit für chronische entzündliche Erkrankung signifikant ansteigt. Das wiederum kann durch Meditation und Hypnose jedoch positiv beeinflusst werden.

Fazit: Das Gehirn ist nicht statisch. Es verändert sich andauernd. Dies kann örderlich oder schädigend sein. Ein Dauerstress führt zu einem schädigenden Training des Gehirns. Dies kann aber auf dem gleichen Weg durch Achtsamkeit, Meditation oder Hypnose positiv und förderlich umgekehrt werden. Gar nicht so schlecht, oder? 🙂

 

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